Heute sieht er wütend aus. Nun, er sieht jeden Tag wütend aus, das ist sein Blick, wütend, aber heute sieht er aus, als würde er es ernst meinen. "Scott!", schreit er. Es ist noch nicht einmal 8 Uhr morgens. "Yessir?" frage ich. "Scott, sehe ich für dich wie ein Idiot aus?", fragt er. "Nein, Sir", sage ich. "Du siehst wütend aus. Das ist dein Blick. Verrückt." Das war alles so viel einfacher, als er noch Rap-Musik gemacht hat. Aber versuch du mal, ihm zu sagen, dass Mode eine schlechte Idee war. "Ich bin verrückt!", schreit er. "Meine warmen braunen Baumwoll-/Nylon-Meggings sehen für mich nicht warm braun aus. Sie sehen kühl braun aus! Ich kann keine kühlen braunen Baumwoll-Nylon-Meggings verkaufen, Scott! Ich werde wie ein Idiot aussehen!" "Du siehst nicht wie ein Idiot aus", versuche ich. "Du siehst sauer aus." Aber er hört gar nicht mehr zu. "Wir müssen es zurückschicken", redet er sich ein. "Wir müssen die ganze Lieferung zurückschicken. Warum sollten sie mir cooles Braun schicken? Warum sollten sie so mit mir spielen?" Er lässt seine Sonnenbrille auf die Nase fallen und sieht mir in die Augen. "Scott", fragt er. "Nimmt man mich nicht ernst?"
Bekleidungshersteller nehmen die Farbe der von ihnen produzierten Kleidung ernst, weil ihre Kunden die Farbe ihrer Kleidung ernst nehmen. Die Erzielung einer korrekten, konsistenten Farbe bei gemischten Natur- und Kunstfasern ist von Natur aus schwierig. Deshalb integrieren seriöse Bekleidungshersteller objektive, spektralphotometrische Farbmessungen in ihren Herstellungsprozess. Denn solange man keine Zahlen nennen kann, gibt es keine wirkliche Möglichkeit zu sagen, was ein Designer will, wenn er "warmes Braun" sagt.
Wissen die denn nicht, dass das Meggings sind? Bildnachweis: Flickr User fervent-adepte-de-la-mode (CC BY 2.0)